Pflege und Lagerung von Masten

In Nordeuropa ist es wegen der Witterungsverhältnisse üblich, den Mast im Herbst zu legen und auf dem Boot oder einem Mastenlager einzulagern. Wenn das nicht fachgerecht gemacht wird, altert das Rigg im Winter mehr, als wenn es bestimmungsgemäß auf dem Boot steht. Nachfolgend einige Hinweise für die richtige Winterlagerung von Riggs:

  1. Das gesamte stehende Gut sollte unbedingt vom Mast abgenommen werden. Wenn die Drähte am Mast anliegen besteht die Gefahr, dass das Aluminium-Profil durch Elektrolyse in Form von Lochkorrosion beschädigt wird. Die Ursache dafür sind elektrische Ströme, die durch die Verbindung von zwei unterschiedlichen Metallen, insbesondere bei Einwirkung von Feuchtigkeit, entstehen und das jeweils weichere Metall korrodieren lassen.
    Auch Drahtfallen sollten aus dem Mast herausgezogen werden. Mit Hilfe einer sogenannten Pilotleine (beim Herausziehen der Fallen nicht vergessen!) können die Fallen im Frühjahr leicht wieder eingezogen werden. Alternativ können die Drahtfallen mit Isoliermaterial für Rohre vom Aluminium isoliert werden (preiswert im Baumarkt).
  2. Eine Rollreffanlage lagert man am sichersten am Mast. Dazu sollten Fallschlitten und Trommel abgenommen werden, damit die Anlage mit Zeisingen am Mast befestigt werden kann. Zur Vermeidung von Scheuerstellen kann man z.B. Teppichreste zwischen Mast- und Rollprofil legen.
  3. Waschen Sie möglichst vor der Einlagerung das gesamte Rigg mit Süßwasser und einem milden Spülmittel ab. Hartnäckige Verschmutzungen kann man z.B. mit Petroleum oder besser Blue Spezial (rückfettend) entfernen. Alle beweglichen Teile und Gewinde müssen mit einem nicht harzenden, synthetischen Fett geschmiert werden. Das Mastprofil kann mit einem Paraffinöl oder auch Bootswachs geschützt werden. Allerdings hat das den Nachteil, dass diese Stoffe auch wieder Schmutz anziehen. Grundsätzlich kann eloxiertes Aluminium ohne zusätzlichen Schutz bleiben.
    Das stehende Gut wird am besten mit einer Bürste gereinigt. Ein Einfetten ist nicht zu empfehlen, weil dieses Fett in der nächsten Saison an die weißen Segel abgegeben würde. Das laufende Gut kann in reinem Wasser oder mit einem milden Spülmittel z.B. in der Badewanne eingeweicht und durchgespült werden. Wantenspanner mit Petroleum reinigen und sorgfältig mit synthetischem Fett schmieren.
  4. Elektrische Kontakte, Stecker, Lampen usw. mit Kontaktspray einsprühen und mit Isolierband schützen.
  5. Waschen Sie Kugellager besonders sorgfältig aus und fetten Sie diese mit dem vom Hersteller empfohlenen Schmiermittel.
  6. Am Lagerort soll der Mast ausreichend unterstützt werden, damit er gerade liegt. Er darf keinen Kontakt mit anderen Masten bzw. stehendem Gut haben. Von Stahlauflagen muss das Profil mit Holz oder Teppich gut isoliert werden. Der Lagerort sollte auch möglichst trocken sein. Wenn der Mast vor starkem Schmutz geschützt werden muss, darf das nur mit luftdurchlässigen Textilien geschehen. Niemals in Plastik einpacken!

Wichtige Hinweise

Immer mehr Boote werden mit stehendem Mast im Winter an Land gestellt. Für das Rigg ist das ein akzeptabler Lagerort. Von dieser Seite gibt es keine Vorbehalte gegenüber dieser Lagerart. Der Bootseigner sollte jedoch folgendes bedenken:

  • Im Frühjahr muss eine sorgfältige Inspektion am Mast durchgeführt werden. Fallscheiben, Kugellager, Spanner und Kontakte müssen gepflegt und gewartet werden, wenn in der Saison keine Überraschungen den Segelspaß verderben sollen.
  • Bei starkem Wind oder Sturm kommen sehr hohe Belastungen auf das Rigg. Diese Belastungen übertragen sich auf die sehr kleinen Flächen der Seitenstützen des Bootsgestells. Im ungünstigen Fall können diese Belastungen auf die Außenhaut von Kunststoffbooten zur Delamination führen.

In Winterlagern ist immer wieder zu sehen, dass einige Eigner von Rollmasten ihre Großsegel nicht aus dem Mast nehmen. Es ist unbedingt zu empfehlen, das Segel abzuschlagen und beim Segelmacher überprüfen zu lassen. Beschädigungen und Verschleiß werden dann rechtzeitig erkannt und repariert. Der Eigner vermeidet damit Folgeschäden, das Segel hält länger und es verspaakt nicht im Winter.

Wenn neue Kabel für Windmessanlagen, Lampen oder Radar eingezogen werden, entfernen Sie unbedingt die alten Kabel. Das kann aufwendig sein, weil Kabel häufig eingeklebt sind. Bedenken Sie aber, dass Kabel ein relativ hohes Gewicht haben und Gewicht im Mast sich immer negativ auf die Segeleigenschaften Ihres Bootes auswirken.

Um Ihnen die jährliche Sicherheitsprüfung an Ihrem Rigg zu erleichtern, haben wir für Sie eine Rigg-Inspektionsliste erstellt, die Sie hier aufrufen können.

Sichere Lagerung von Wanten und Stagen im Winter

Im Winterlager sollten Wanten und Stagen aus Stahl nicht in Berührung mit dem Aluminium des Mastprofils kommen. Bei Nässe und Feuchtigkeit kann dabei Korrosion durch Elektrolyse am Aluminium auftreten. Wohin aber mit den sperrigen Drähten?

Drähte aus nichtrostendem Stahl mit 19 Litzen sollte man abnehmen, mit Wasser und mildem Waschmittel reinigen und zu Ringen aufschießen. Dabei kann man gleich eine Sichtinspektion vornehmen. Diese Ringe sollten trocken an Bord oder z. B. zu Hause im Keller gelagert werden.

Bei Rod wird es schwieriger. Rod ist ein Monofil-Draht und darf nicht mit einem zu engen Durchmesser aufgerollt werden. Bei den für Yachten um ca. 12 m L.ü.A. üblichen Rod-Stagen sollte der Durchmesser der Rolle etwa 3 m nicht unterschreiten. Das sind dann leider sehr unhandliche, sperrige Teile. In der Praxis ist nur die Lagerung am Mast möglich.

Zur Lagerung von Wanten und Stagen aus Rod am Mast empfehlen wir die Verwendung von einfachen Rohr-Isolierungen aus Schaumstoff, die preisgünstig in jedem Baumarkt zu kaufen sind. In Abständen von ca. 1 m können diese geschlitzten Isolierungen um die gebündelten Rod-Stagen gelegt werden, damit kein Kontakt zwischen dem Stahl und Aluminium entstehen kann. Wantenspanner, Salingnockbeschläge und Endbeschläge werden mit Lappen eingeschlagen, damit auch dort kein Kontakt entstehen kann und außerdem ein Verkratzen des Eloxals vermieden wird.

Die Fotos zeigen, wie man es machen kann. Die Isolierrohre kann man natürlich auch entsprechend für die Lagerung einer Rollreffanlage am Mast einsetzen.

Riggtrimm
Rigg-Inspektion

Die richtige Einstellung des Riggs ist Voraussetzung für eine Gewährleistung. Mit dieser Broschüre können Eigner und Bootsführer ihr Rigg richtig trimmen.

Mastvibrationen

Bei bestimmten Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen etwa quer zum Schiff beginnt bei vielen Yachten der Mast an vibrieren.

Näheres können Sie diesem Informationsblatt entnehmen.

Nachträgliche Montage und Abdichtung von Mastkabeln

Eine Anleitung für die nachträgliche Montage von Mastkabeln in konventionelle Masten und Rollmasten ab Baujahr 2003 ermöglicht Ihnen, Kabel selber einzuziehen.

Anleitung zur Abdichtung offener Kabelkanäle

Anleitung zum Nachdichten von Kabelkanälen (Englisch)

 

Backstagen

Backstagen werden bei Parialriggs (7/8) eingesetzt und sind einseitige Achterstagen. Sie müssen bei allen Partialriggs verwendet werden, bei denen die Salingpfeilung weniger als 18° beträgt (bis zu ca. 28° sind üblich). Sie sind aber in jedem Fall zu empfehlen, auch wenn der Mastüberstand über dem Vorstagansatz mehr als 5% der gesamten Masthöhe beträgt. Das am Masttopp angesetzte Achterstag ist bei Partialriggs besser als Trimmstag zu bezeichnen, weil damit vorwiegend nur die Mastkurve beeinflusst wird.

Hier finden Sie eine Information über das Backstag-System.

Die herkömmlichen Backstagen aus 1 x 19 - Litze verschleißen das Tuch und die Nähte
des Großsegels im oberen Bereich durch ständiges Schamfielen. Das Austauschen der
Backstagen aus Stahldraht in Backstagen aus Dyneema-Tauwerk verlängert die
Lebensdauer des Großsegels und hat den positiven Nebeneffekt, dass das Gewicht im
Rigg reduziert wird.

Anleitung zur Umrüstung der Backstagen