Krängungstest
Krängungstest

Warum ziehen die Leute von Gotthardt und Seldén manchmal Boote auf die Seite?

Wenn wir Seldén Masten an Serienwerften verkaufen, wird für eine neue Serie zuerst ein Mast nach den Daten des Konstrukteurs gerechnet und gebaut. Besonders wichtig für die Berechnungen der Maststabilität ist dabei das aufrichtende Moment, das sich aus der Bootsform, den Kieleigenschaften und dem Eigengewicht des Bootes bzw. der Einbauten ergibt.

Um sicher zu gehen, dass die rechnerischen Werte der Konstruktion später mit dem ersten fertigen Serienboot übereinstimmen, wird das Boot an einer Pier zu beiden Seiten um jeweils 30° an einem Fall gekrängt und die Zugkräfte werden gemessen. Wenn sich dabei wesentliche Abweichungen von der Therorie zur Praxis ergeben, können z. B. auch mal das Mastprofil oder die Wanten für die Serie verstärkt werden.

Jeder Eigner einer Serienyacht mit einem Rigg von Seldén kann daher sicher sein, ein optimales und sicheres Rigg zu besitzen. Natürlich muss es gewartet und gut getrimmt werden.

Fragen zu Masten
Rollmast
Einrollphasen von Groß- und Vorsegeln

Was ist besser - Konventioneller Mast oder Rollmast?

Darauf gibt es nur individuelle Antworten, abhängig vom Bedarf und den Ansprüchen des Eigners und der Besatzung:

Ein konventionelles Rigg auf Booten bis etwa 11 – 12 m L.ü.a. ist von normal großen und kräftigen Seglern gut zu beherrschen. Lazy-Jacks und ein Einleinen-Reffsystem sollten für reine Fahrtensegler als sinnvolle Komfortausrüstung vorhanden sein.

Konventionelle Großsegel auf größeren Booten, ab etwa 12 m L.ü.a., sind von einer kleinen Besatzung schon schwerer zu beherrschen. In diesen Fällen bietet sich ein Rollmast-System an, mit dem sehr große Segelflächen sicher kontrolliert werden können. Gegebenenfalls können sogar integrierte elektrische und hydraulische Systeme eine Bedienung per Knopfdruck möglich machen.

Ein gutes konventionelles Rigg ist segeltechnisch immer noch effektiver als ein Rigg mit einem Rollmast. Das spielt aber für Eigner, die mit kleiner Besatzung sicher segeln wollen, eine untergeordnete Rolle. Wer sich ein neues Boot kaufen will oder sein altes Rigg erneuern möchte, sollte sehr sorgfältig abwägen, wie er selbst oder seine Besatzung ein Großsegel unter Seebedingungen setzen, reffen und bergen kann. Für Regattasegler, Herrentörns oder Familien mit größeren Kindern ist dies sicher keine schwierige Frage. Wenn aber ein Ehepaar eine große, komfortable Yacht immer sicher handhaben will, wird ein Rollmast die richtige Wahl sein. Letzten Endes kann ein Rigg mit effektiven Rollsystemen auch die „Lebens-Segelzeit“ erheblich verlängern. Andererseits können auch jüngere Segler entscheiden, dass sie die segeltechnische Handhabung einfach bequemer haben wollen. Warum nicht?  Auch in der Vercharterung haben sich die Rollmasten sehr gut bewährt. Der Umgang damit ist  für eine ungeübte Besatzung einfacher und sicherer.

Die Frage sollte daher lauten: Welches Mastsystem passt zu Ihnen und Ihrer Besatzung? Umfangreiche Informationen über die Seldén Masten, Profile und z.B. Gebrauchsanweisungen finden Sie unter der Rubrik Masten.

Ich habe Probleme beim Einrollen des Großsegels in den Mast. Woran liegt das?

Probleme beim Ein- und Ausrollen eines Rollgroßsegels entstehen, wenn das Unter- oder Achterliek unter größerer Spannung als das jeweilig andere Liek steht. Beispiele:

Wenn das Segel beim Einrollen  mit der Ausholerleine zur Vermeidung des Flatterns im Wind etwas gegengehalten wird, wird dabei meistens mehr Zug auf das Unter- oder Achterliek gebracht. Das bewirkt ein ungleichmäßiges Aufrollen, d. h. zum Beispiel legt sich das Unterliek enger um die Rollstange im Mast als das Achterliek. In diesem Fall entstehen Falten im oberen Bereich oder, im Extremfall, der obere Teil des Segels blockiert irgendwann.  Das Segel sollte daher beim Einrollen immer möglichst frei auswehen.
Probleme beim Ausrollen entstehen, wenn die  Ausholerleine den Zug in einem falschen Winkel in das Segel bringt. Wieder ein Beispiel: Der Baum steht zu hoch und Sie ziehen an der Ausholerleine. Damit wird nur Zug auf das Unterliek gebracht, das sich damit immer weiter zusammenzieht, während das Achterliek „aufgeht“. Nur wenn man beim Ausholen des Segels die Kraft im richtigen diagonalen Winkel in das Segel bringt, läuft es gleichmäßig aus.

Unsere Tipps:
1.    Verinnerlichen Sie, dass im Prinzip ein Rollgroßsegel wie  eine Genua gefahren werden muss.
2.    Stellen Sie die Höhe der Baumnock zum Ausholen des Großsegels richtig ein und Markieren Sie diese Stellung am Niederholer. Das Heben und Senken der Baumnock (Rodkicker mit Gasdruckfeder sind ideal dafür) wirkt auf das Segel genau so, wie die Verstellung eines Genua-Rutschers.
3.    Testen Sie diese Tipps mal, indem Sie das Rollgroß mit der Hand ausrollen und entsprechend beim Einrollen mit der Hand führen. Das gibt das bekannte „Aha-Erlebnis“
Wenn Sie einen Rollmast von Seldén haben und diese Tipps umsetzen, werden Sie  Ausgleichssport machen müssen, weil das Segeln so bequem wird.

Sind Kemp Masten und Zubehör baugleich mit Seldén Masten?

Nicht in allen Details. Die englische Firma Kemp Masts hat viele Jahre von Seldén konstruierte und produzierte Profile und Beschläge eingesetzt. Seldén war damals an Kemp Masts beteiligt. Das ist der Grund, warum viele Kemp Masten wie Seldén Masten aussehen und wir auch viele Ersatzteile liefern können. Im Detail kann es allerdings mal schwieriger werden, weil Kemp nicht  immer im Detail nach Standards von Seldén gearbeitet hat. Zum Beispiel hat Kemp eine Zeitlang ein eigenes Rollsystem für die Rollmasten gebaut und auch Gibb Walzterminals statt Hasselfors/Seldén eingesetzt. Bitte, haben Sie etwas Geduld, wenn wir Ihnen in diesem Fall nicht zu jedem Detail sofort eine Antwort bzw. ein Ersatzteil geben können. In einigen Fällen müssen wir bei Seldén eine Spezifikation und damit eine Problemlösung erfragen.

Was bedeuten die Abkürzungen für Maßangaben bei Riggs und Segeln?

Die Bedeutung der Abkürzungen finden Sie hier.

An meinem 10 Jahre alten Selden Mast habe ich Korrosionsflecken entdeckt. Das Alu-Oxyd habe ich herausgekratzt. Darunter ist blankes Aluminium - nicht porös. Ist das gefährlich für die Stabilität des Mastes?

Eine verbindliche Fernanalyse können wir natürlich in so einem Fall nicht machen. Wir meinen aber, dass diese Beschädigungen die Maststabilität nicht beeinflussen.

Die Beschädigungen wurden vermutlich im Winterlager durch Kontakte von Stahlteilen (z.B. Wantenspanner, Drähte) mit der Oberfläche Ihres Mastes verursacht. Beim Kontakt von unterschiedlichen Metallarten in Verbindung mit Feuchtigkeit kann es zu elektrolytischer Punktkorrosion kommen. Dabei wird das jeweils weichere Metall angegriffen bzw. punktuell zerstört.

In Zweifel fragen Sie einen Fachmann. Sie finden einen kompetenten Takler bzw. Rigger unter Vertrieb und Service.

Wie kann ich Korrosionsflecken reparieren?

Man könnte die Beschädigungen spachteln oder einfach so lassen. Das offene Aluminium  korrodiert in Form einer dünnen Schicht an der Oberfläche uns schützt sich so selbst.

Ich möchte ein Kabel in meinem Seldén-Mast auswechseln. Wie bekomme ich das alte Kabel aus dem Mast? Es lässt sich nicht herausziehen.

Wie das gemacht wird, hängt von der Art und der Profilgeneration Ihres Mastes ab. Zum Beispiel sind die Kabelkanäle in Rollmasten anders als in konventionellen Masten. Eine weitere Frage ist, welches Mastprofil Sie haben und ob es ein Mast durch Deck oder an Deck stehend ist.

Wir haben unter Support / Masten / Anleitungen Masten, zwei Montageanleitungen zur nachträglichen Montage von Kabeln eingestellt. Je nach Baujahr ihres Mastes, können Sie aus der entsprechenden Anleitung entnehmen, wie das Kabel ausgewechselt wird.

Im Hafen fängt mein Mast bei Windstärke von ca. 2-3 Bft. an zu vibrieren oder zu schütteln. Wie kommt das?

Bei Wind entsteht auf der Leeseite des Mastes ein Unterdruck. Dadurch biegt sich das Mastprofil etwas in die Richtung des Unterdrucks. Die Eigenspannung des Mastes bewirkt aber, dass der Mast bei höherer Spannung wieder zurückschwingt. Diese Effekte bewirken ein Vibrieren des Mastes, das sich auch unangenehm auf das Boot übertragen kann und die Bewohner manchmal nicht schlafen lässt.

Bei der Konstruktion eines Mastes kann so ein Effekt nicht vorher berechnet werden und  ist unabhängig vom Fabrikat des Mastes. Auch bei z. B. Sendemasten mit Rohrprofilen treten derartige Probleme auf. Die Erfahrung zeigt, dass Vibrationen eher bei kurzen, kräftigen Masten als bei langen und „dünnen“ Masten den Schlaf stören.

Veränderungen an der Riggspannung haben meist keine Auswirkungen und sollten auch nicht gemacht werden, um den Trimm zu erhalten. Einige hängen einen Fender in den Mast, was meistens das Problem löst, aber etwas „unelegant“ ist.

Sehr effektiv ist die Einführung eines in die Mastnut passenden Vorliekstreifens (vom Segelmacher), der im Wind beweglich ist und verhindert, dass der Unterdruck auf der Leeseite des Mastes gleichmäßig bleibt.

Ein Informationsblatt finden Sie hier.

Zollstock Messmethode

Was versteht man unter der Zollstock-Methode und wie funktioniert sie?

Mit der "Zollstock-Messmethode" wird die Dehnung des Drahtes auf dem Teilstück von 2 m ermittelt. Tapen Sie im Decksbereich einen 2 m Zollstock mit dem oberen Ende an das ungespannte Want. Das untere Ende soll lose auf dem Walzterminal anliegen. Dann spannen Sie die Wanten gleichmäßig mit den Wantenspannern. 1 mm Dehnung auf 2 m Teillänge des Drahtes entspricht 5% der Bruchlast (unab hängig von dem Durchmesser des Drahtes). Diese Messmethode zur Ermittlung der Wantenspannung ist nur bei relativ neuen Wanten anzuwenden. Der Wantendraht reckt sich mit der Zeit (wird praktisch länger) und verliert auch an Dehnungsfähigkeit (die Fähigkeit, sich bei Belastung zu dehnen und bei Entlastung wieder auf die ursprüngliche Länge zurückzuziehen. 

Wie Sie genau vorgehen, finden Sie hier.

Fragen zum Rodkicker

Ersetzt ein Rodkicker eine Dirk?

Ja. Voraussetzung ist die richtige Einstellung des Rodkickers. Der Auflagepunkt des Großbaums (z.B. 10 cm über dem Sprayhood) muss vom Eigner festgelegt werden. Danach wird der Rodkicker, den man auch als Baumstütze bezeichnen kann, eingestellt.

Wie das geht, steht in der Montage- und Bedienungsanleitung für Rodkicker 10, 20 und 30. Achtung! Es gibt eine extra Anleitung für Rodkicker 05.

Kann man ältere Rodkicker mit runden Profilen mit einer Stahl- oder Gasdruckfeder ausrüsten?

Nein. Die alte Ausführung des Rodkickers mit runden Profilen gab es nur ohne Stahl- oder Gasdruckfeder. Erst die vor ca. 20 Jahren entwickelten Rodkicker mit rechteckigen Profilen können mit einer Gasdruckfeder zusätzlich ausgerüstet werden.

Die Gasdruckfeder in meinem Rodkicker übt auch bei geborgenem Großsegel Druck aus und arbeitet gegen die Großschotwirkung.

Fragen:

  1. Kann dem Zustand mit einer schwächeren Gasdruckfeder abgeholfen werden?
  2. Zwischen mittlerer Baumstellung und ausgefahrenem Rodkick (Gasdruckfeser am Anschlag) liegen ca. 20 cm Gasdruckfederweg. Würde eine Längenreduzierung des Distanzrohrs unter der Gasdruckfeder den Druck zur Entlastung der Großschot reduzieren?
  3. Gibt es einen anderen Weg, z.B Versetzung des Anschlagpunktes am Baum, um die Gasdruckwirkung zu reduzieren?

Antwort:

Offenbar arbeitet Ihr System von Großbaum, Großschot und Rodkicker mit integrierter Gasdruckfeder genau wie vorgesehen. Die Gasdruckfeder soll immer „gegen“ Großschot und Niederholer arbeiten, weil insbesondere über die Niederholertalje die Höhe des Großbaums eingestellt wird. Das schadet weder der Großschot noch dem Niederholer. Die Gasdruckfeder hält das Jahrzehnte aus (richtige Winterlagerung vorausgesetzt, siehe auch Information unter Rodkicker / Gasdruckfedern).

Zur Erinnerung: Die Funktion eines Rodkickers ist es, die früher übliche Dirk zu ersetzen. Wenn das Segel geborgen ist, darf der Baum nur bis zu einem eingestellten Punkt in die Stütze=Rodkicker fallen, der üblicherweise etwa 10 cm über dem Sprayhood liegt. Um auch das Antoppen des Großbaumes bei einer Vor-dem-Wind-Segelstellung zu ermöglichen, baut man eine Gasdruckfeder ein. Die Gasdruckfeder arbeitet also ständig „gegen“ die Großschot. Dadurch regulieren Sie die vertikale Stellung des Großbaumes nur durch Holen oder Fieren der Großschot.

Fragen und Code 0- und Gennaker-Furler

Was versteht man unter einem Top-Down-Furler?

"Top Down-Furler" ist eine Funktionsbeschreibung. Ein Furler ist auf Deutsch eigentlich eine Rollanlage. Furler, die das Einrollen am Segelhals beginnen, können den "Bauch" von Gennakern bzw. asymmetrisch geschnittenen Spinnakern nicht komplett einrollen. Bei der "Top Down-Technik" handelt es sich um Rollanlagen, die im oberen Bereich mit dem Einrollen beginnen.

Sonstige Fragen
UNF-Feingewinde

Warum haben Seldén-Wantenspannern UNF-Feingewinde?

Wantenspanner müssen große statische und dynamische Lasten aufnehmen. Sie sollen aber trotzdem insgesamt nicht zu groß und schwer sein. Aus diesen Gründen werden UNF-Feingewinde eingesetzt, bei denen der Kerndurchmesser nach dem Schneiden relativ groß und damit die Bruchlast des Gewindes hoch bleibt.

Ein Nachteil ist, dass Feingewinde etwas empfindlicher gegen Verschmutzungen sind. Wir empfehlen daher eine gute Pflege der Gewinde durch Reinigung und regelmäßigen Einsatz von Seldén-Riggöl.

Das Produkt finden Sie hier.

Zollstock Messmethode

Was versteht man unter der Zollstock-Methode und wie funktioniert sie?

Mit der "Zollstock-Messmethode" wird die Dehnung des Drahtes auf dem Teilstück von 2 m ermittelt. Tapen Sie im Decksbereich einen 2 m Zollstock mit dem oberen Ende an das ungespannte Want. Das untere Ende soll lose auf dem Walzterminal anliegen. Dann spannen Sie die Wanten gleichmäßig mit den Wantenspannern. 1 mm Dehnung auf 2 m Teillänge des Drahtes entspricht 5% der Bruchlast (unab hängig von dem Durchmesser des Drahtes). Diese Messmethode zur Ermittlung der Wantenspannung ist nur bei relativ neuen Wanten anzuwenden. Der Wantendraht reckt sich mit der Zeit (wird praktisch länger) und verliert auch an Dehnungsfähigkeit (die Fähigkeit, sich bei Belastung zu dehnen und bei Entlastung wieder auf die ursprüngliche Länge zurückzuziehen. 

Wie Sie genau vorgehen, finden Sie hier.